Definitionen

Die Bestimmungen von REACH finden bei der Herstellung, beim Vertrieb und beim Gebrauch von den Substanzen selbst Anwendung, als Präparat oder als Ware.
 
Anders als bei vorhergehenden Regulierungen werden durch REACH alle Aufgaben und Verantwortlichkeiten von den zuständigen Behörden genommen und auf die Industrie übertragen. Man verzichtet auf die Unterscheidung zwischen „bestehenden“ und „neuen“ Chemikalien, indem einheitliche Verfahren und Testanforderungen für alle Substanzen eingeführt werden.
 

Registrierung und Vorregistrierung

Gemäß der REACH-Regulierung müssen alle Substanzen, die in der Europäischen Union hergestellt wurden oder in die Europäische Union eingeführt wurden, ab einer Menge von 1 Tonne pro Jahr oder mehr registriert werden.
 
Eine verzögerte Registrierung findet bei den sogenannten „graduell eingeführten” Substanzen Anwendung, vorausgesetzt sie sind vorregistriert. Die Vorregistrierung ist kostenlos und erfordert nur allgemeine Informationen (Identifikation des Unternehmens und der Substanz, jährlich produzierte Menge und geplanter Registrierungsstichtag).
 
Die Registrierung erfordert jedoch 8.000 durch Studien und Prüfungszusammenfassungen gestützte Daten pro Substanz. Die Hersteller der gleichen Substanz können ein Konsortium bilden und die Kosten für die Dossiers teilen.
 
Folgende Stichtage wurden durch REACH festgelegt:
  • 1. Juni 2008 – 3. November 2008: Vorregistrierung (ungeachtet der erzeugten/importierten Menge)
  • 1. Dezember 2010: Registrierung von Substanzen, die in einer Menge von über 1000 Tonnen pro Jahr erzeugt oder importiert werden
  • 1. Juni 2013: Registrierung von Substanzen, die in einer Menge von über 100 Tonnen pro Jahr erzeugt oder importiert werden
  • 1. Juni 2018: Registrierung von Substanzen, die in einer Menge von über 1 Tonne pro Jahr erzeugt oder importiert werden

Bewertung

Es gibt zwei Arten der Bewertung:
 
  • Die Bewertung der Dossiers wird von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) durchgeführt. Die Registrierbeamten prüfen die Dossiers auf Vollständigkeit, bewerten die Daten in aller Form und machen Vorschläge für weitere Tests.
  • Die Bewertung der Substanzen kann von den zuständigen Behörden in jedem Mitgliedsstaat eingeleitet und durchgeführt werden, falls sie den begründeten Verdacht hegen, die Erzeugung und Verwendung einer Substanz gefährdet die menschliche Gesundheit oder die Umwelt.

Zulassung

Substanzen, die der Zulassung unterliegen, können nur dann verwendet werden, wenn der bestimmte Gebrauch zugelassen wurde und der Anwender die in der Erlaubnis angeführten Anforderungen erfüllt, oder wenn der Gebrauch von Lizenzierungsverpflichtungen ausgenommen ist (z. B. zwischenzeitliche Nutzung).
 
Nur die für Gesundheit und Umwelt gefährlichsten Substanzen wurden auf die Liste der Substanzen aufgenommen, die einer Zulassung unterliegen. Dazu gehören krebserregende Substanzen der Kategorien 1 und 2, erbgutverändernde Substanzen, Substanzen, die für die Fortpflanzung toxisch sind (CMR 1 und 2) und persistente, bioakkumulierbare und toxische Substanzen.
 
Substanzen, die der Zulassung unterliegen, werden zunächst auf eine Kandidatenliste aufgenommen. Basierend auf einer Entscheidung der Kommission werden sie dann dem Anhang XIV von REACH angefügt, der Liste von zulassungspflichtigen Substanzen. Jeder Substanz wird ein „Ablauftermin“ zugewiesen. Nach diesem Datum kann die Substanz nur mit Erlaubnis verwendet werden.